Sachsen-Anhalt, Nachbar-Bundesland Niedersachsens nach der Wende 1990 und EU-Binnenmarkt 2014- von Oliver Kirchner

Während der DDR Zeit galt Sachsen-Anhalt als das Herzstück der Ostindustrie. Der Strukturwandel betraf dieses Bundesland und zusätzlich musste die Wende mit weiteren dramatischen Veränderungen bewerkstelligt werden. Der ökonomische Umbruch brachte schwere Folgen mit sich.

Das Stammesherzogtum Sachsen entstand nach dem Zerfall des Fränkischen Reichs um 900 nach Christi Geburt. Preußen übernahm die vielen kleinen Staaten 1815 im westlichen Teil Sachsen als Provinz und geriet immer stärker unter preußischem Einfluss. 1863 gab es ein Herzogtum, 1918 den Freistaat Anhalt und 1947 entstand das Land Sachsen-Anhalt mit der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Hauptstadt Magdeburg hat geschichtlich, wirtschaftlich und politisch vielen Wandlungen stellen müssen. Das Unternehmen die Freebird Unternehmens- und Wirtschaftsberatung GmbH mit Sitz in der Landeshauptstadt Magdeburg baut auf den geschichtsträchtigen Ort an der der Elbe. Kriege, Zerstörung, Hungersnöte waren in vielen Jahrhunderten zu bewerkstelligen und immer wieder folgte eine Zeit des wirtschaftlichen Wachstums in Magdeburg und dem Umland. Unternehmer Oliver Kirchner, stark verbunden mit seiner Heimat Magdeburg setzt auf Identifikation und eine aktive Beteiligung für die weitere Standortentwicklung.

Was hat sich seit Anfang der Wende für Magdeburg und Sachsen-Anhalt geändert?

Sachsen-Anhalt, Nachbar-Bundesland Niedersachsens nach der Wende 1990 und EU-Binnenmarkt 2014- von Oliver Kirchner

Inhouse-Veranstaltung Freebird GmbH: Luftfahrt in Magdeburg

Das Bundesland Sachsen-Anhalt musste mit ähnlichen Strukturproblemen wie  Nordrhein-Westfalen kämpfen. Während der DDR Zeit galt Sachsen-Anhalt als das Herzstück der Ostindustrie. Der Strukturwandel betraf aber beide Bundesländer. Sachsen-Anhalt hatte zusätzlich die Wende mit weiteren dramatischen Veränderungen zu bewerkstelligen. Der ökonomische Umbruch brachte für Sachsen-Anhalt schwere Folgen von hoher Arbeitslosigkeit, Bundeslandflucht, Veralterung der Gesellschaft, Geburtenrückgang u.v.m. mit sich. Viele Bürger verließen ihren Ort oder die Stadt, Gewinne konnten die sogenannten Speckgürtel rund um Magdeburg und Halle verzeichnen. Um für die Veränderung, die der europäische Binnenmarkt ab 1993 dagegen hätte mit sich bringen sollen, gewappnet zu sein, wurde durch intensive Aufklärung- und Informationspolitik durch Ministerien, Verbände und sonstige private wie öffentliche Institutionen der Wirtschaftsteilnehmer aufgearbeitet und verbreitet. Seminare und Veranstaltungen von Kammern und anderen Organisationen zielten auf die Vermittlung von marktwirtschaftlichem Basiswissen für die zukünftigen selbstständigen Unternehmer, besonders in der DDR, und auf das Zusammenführen von Kooperationssuchenden aus beiden deutschen Staaten. So sah es 1993 bzw. auch noch einige Jahre danach aus.

Erwartungen, Erfüllung und kritische Stimmen

Ungeachtet der deutschen Entwicklung und ihrer Auswirkung bedeutete die Abkehr von der wirtschaftlichen Bevormundung und Fehlleitung in der DDR, dass die grenznahen Regionen der Bundesrepublik in ganz entscheidendem wirtschaftlichem Maß betroffen sind. Besonders für strukturschwache Gebiete und die dort angesiedelten mittelständischen Unternehmen, wie z. B. in Niedersachsen, was letztlich aber auch für das gesamte Bundesland gilt, öffnete sich ein weites Feld der geschäftlichen Aktivitäten. Die Randlage im europäischen Binnenmarkt und die damit drohende wirtschaftliche Isolation haben sich für das Land durch den gefallenen Eisernen Vorhang relativiert. Abgesehen davon, dass Überlegungen in Richtung auf ein zweites Wirtschaftswunder solange spekulativ waren, wie es keine genauen Zahlen zur tatsächlichen bundesdeutschen Belastung gab bzw. diese nicht veröffentlicht wurden, fand das deutsch-deutsche Wirtschaftswunder Währungs- und Sozialunion innerhalb des europäischen Gemeinschaftsrahmens statt. Das bedeutete, dass ein verstärktes unternehmerisches Engagement in den neuen Bundesländern die Auseinandersetzung mit den europäischen Rahmenbedingungen in die Zukunft verschoben wurde, aber dieses natürlich nicht aufgehoben oder überflüssig gemacht hat. Verschiedene Untersuchungen, z. B. vom Mittelstandsinstitut Niedersachsen, haben eingehend ergeben, dass die Auswirkungen für den Euromarkt, gerade für mittelständische Unternehmen auch für den europäischen Binnenmarkt, eine vehemente Bedeutung haben, die sich sowohl in Chancen als auch in Risiken auf die Unternehmensexistenz weiterhin auswirken können.

Euro-Binnenmarkt, Region – Untersuchungen anhand des Bundeslandes Niedersachsen

Der Eurobinnenmarkt ist nicht für alle Regionen und Branchen Niedersachsens gleich zu bewerten. Niedersachsen befindet sich insgesamt zwar in einer europäischen Randlage, die einzelnen Regionen des Landes sind aber von dieser Randlage unterschiedlich betroffen. So ergaben Studien, dass die Südosterweiterung der Europäischen Gemeinschaft, eine halbmondförmige Europa-Achse von London über die Niederlande, das Rheingebiet, Burgund bis Barcelona mit Abzweig nach Mailand entwickelt, auf der sich der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten konzentriert. Die Erweiterung in den Osten Europas wird nun nicht länger behindert und möglich gemacht, sodass auch eine Nord-Süd-Verbindung und künftig in steigendem Maße eine West-Ost-Achse gegeben sein wird, die von wirtschaftlicher Bedeutung sein dürfte.

Weiterhin ist zu vermuten, dass ein großer Teil der Kleinunternehmen mit nur regionalem Markt von der Europäisierung überhaupt nicht betroffen sein wird. Soweit dies zutrifft, brauchten auch keine weiteren Entscheidungen hinsichtlich des Binnenmarktes getroffen werden. Studien zeigen, dass sich die Mehrzahl regional ausgerichteter Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe (ohne Verkehrsbetriebe, für diese wurde eine eigenständige Erhebung durchgeführt) jeweils weniger als 10 % vom europäischen Binnenmarkt sich betroffen fühlen dürften. Demgegenüber erwarten 70,9 % der Befragten Auswirkungen des Binnenmarktes auf ihre Unternehmen.

Fazit: Strukturwandel, Wende und Voraussetzungen für den EU-Binnenmarkt

„Die Arbeit, die mittelständische Unternehmer mit geringen oder gar keinen Erfahrungen im Exportgeschäft im Hinblick auf den Binnenmarkt zu bewältigen haben, kann nicht länger unkonzeptionell in die Zukunft vertagt werden. Nur wer mit seinem besonderen Leistungsprogramm durch die europäischen Ausmaße berührt wird, muss sich die Frage stellen, ob sich für ihn ein Handlungszwang aus der europäischen Entwicklung ergibt“, so Oliver Kirchner, Geschäftsführer der Freebird GmbH. Diese und weitere Sachverhalte wurden diskutiert. Wie es damals, als Deutschland aus alten und neuen Bundesländern zusammengefügt wurde, es sich eben für weitere Bundesländer auswirken konnte, welche Bemühungen gefruchtet haben, wo nochmals nachgefasst werden musste. Eine weitere Vortragsreihe hierzu wird veröffentlicht werden.

V.i.S.d.P.:

 

Oliver Kirchner

Geschäftsführer Freebird GmbH

Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

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